Historie

ICCC ist entstanden 1985 durch den schwedischen Geschäftsmann J. Gunnar Olson mit dem Anliegen, "das Reich Gottes im Geschäfts- und Berufsleben an erste Stelle zu setzen und Geschäftsleuten zu zeigen, wie sie der Herausforderung der Bibel praktisch begegnen können, auch in der Geschäfts- und Berufswelt mit Jesus zu gehen." In der Zwischenzeit hat ICCC Mitglieder in ca. 100 Ländern weltweit und etablierte Chambers of Commerce" in ca. 30 Ländern. Nachfolgend finden Sie ein Interview mit J. Olson über die Vision der ICCC; dieses Interview wurde im Jahr 1993 aufgenommen.

Interview mit Gunnar Olson, dem Gründer der ICCC International

Gunnar Olson

 

 

 

 

Herr Olson, seit wann besteht die ICCC als internationale Vereinigung, und wie weit ist sie heute verbreitet?

GO: Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre entstand die Vision. Von da an wurden Vorbereitungen getroffen, die 'International Christian Chamber of Commerce' (ICCC) zu gründen. Im Juli 1985 war es dann soweit, die ICCC wurde in Brüssel (Belgien) als gemeinnütziger, internationaler Verein (AISBL) eingetragen. Heute ist ICCC mit Mitgliedern in etwa 70 Ländern weltweit vertreten.

Können Sie uns in einem Satz sagen, welche Zielsetzung ICCC verfolgt?

GO: Ihr Ziel ist, das Reich Gottes im Geschäfts- und Berufsleben an erste Stelle zu setzen und Geschäftsleuten zu zeigen, wie sie der Herausforderung der Bibel praktisch begegnen können, auch in der Geschäfts- und Berufswelt mit Jesus zu gehen.

Herr Olson, Sie werden ja oft als Sprecher eingeladen.
Welche Kernaussagen sind Ihnen dabei besonders wichtig?

GO: Wenn ich lehre, spreche ich oft von einer "Freisetzung unter die Herrschaft Jesu". Anhand meiner eigenen Erfahrungen und Einsichten, möchte ich auf biblischer Grundlage deutlich machen, daß wir die Befreiung von der Sklaverei durch das Erlösungswerk Jesu auch in unserem Geschäfts- und Berufsleben tatsächlich erleben können. Der Schlüssel in diese Freiheit ist Jesus, und der Glauben an ihn ist die Eingangstür. 

Im Herbst 1984 veranstaltete 'Fürbitter International' eine Konferenz in Örebro (Schweden).
Dort sprachen Sie zum ersten Mal öffentlich über Ihre Vision und Ihren Traum von einer
'Internationalen Christlichen Handelskammer'.
Was hat Sie damals zu diesem Schritt an die Öffentlichkeit veranlaßt?

GO: Diese Vision hatte mich bereits seit einigen Jahren bewegt, doch nun zeigte mir der Herr, daß die Zeit reif war für den mutigen Schritt, sie in Worte zu fassen. Der Konferenztermin rückte immer näher. Voller Angst, einen Fehler zu machen, schrie ich zu Gott und bat ihn dringend um ein Zeichen. Gott antwortete mir durch einen amerikanischen Geschäftsmann der aus Paris anrief und mich auf dem Arlanda Flughafen in Stockholm treffen wollte. Er wollte um die Mittagszeit ankommen und noch am selben Tag zurückfliegen. Als wir uns im Flughafen trafen, sagte er: "Jetzt ist die Zeit, das auszusprechen, was du auf dem Herzen hast, und dies soll Euer Logo sein"! Als ich ihn fragte, was er damit meinte, antwortete er: "Ich weiß es nicht". Dabei griff er in seine Aktentasche und überreichte mir mehr als 2.000 Anstecknadeln mit dem heutigen Logo der ICCC. Es war die erste von vielen weiteren prophetischen Bestätigungen, die schließlich zur Gründung der ICCC führten. Die Bibel sagt uns, daß wir "in Christus Jesus zu guten Werken geschaffen sind, die Gott vorbereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen". Ich habe erlebt, daß diese Worte wahr sind; alles war schon vorbereitet.

Gab es danach noch weitere 'Bestätigungen', daß Sie auf dem richtigen Weg waren?

GO: Auf die gleiche übernatürliche Weise kam ich danach mit den anderen fünf Gründungsmitgliedern der ICCC zusammen. Einer kam aus Australien, drei aus Amerika (einer davon lebte in Belgien), der fünfte war belgischer Staatsbürger. Dr. Willard Cantelon aus Washington DC, in dem Jahr Vorsitzender des 'Presidential Prayer Breakfast' in den USA, war einer von ihnen. Unmittelbar nach der genannten Konferenz in Örebro flog ich zu seinem Treffen mit Dr. Fred Ladenius, dem bekannten Fernsehevangelisten, nach Lugano in die Schweiz. Wir waren gerade beim Abendessen, da klingelte das Telefon, und ein Mann gab mir ein prophetisches Wort weiter: "Das, was Du angefangen hast, ist viel größer, als Du jetzt verstehen oder Dir vorstellen kannst".

Das ist interessant, wer war denn dieser Anrufer und kannten Sie ihn bereits zuvor?

GO: Dieser Anrufer aus Washington DC war Dr. Willard Cantelon. Zwei Jahre davor hatte ich ihn bei einem Empfang für mehrere hundert Geschäfstleute in Brüssel ein einziges Mal getroffen. Obwohl wir uns damals noch nicht kannten, überraschte Dr.Cantelon mich mit der Aussage: "Wir werden in Zukunft noch viel miteinander zu tun haben". Aber bis zu dem Telefonat bei Dr. Fred Ladenius hatten wir dann keinen weiteren Kontakt mehr. Bis heute kann ich diese Ereignisse nur so verstehen, daß Gott mich auf übernatürliche Weise bis ins Detail geleitet hat.

Das ist ja nun schon ein paar Jahre her. Wie hat sich die ICCC inzwischen entwickelt 
und in welchen Ländern ist sie heute verbreitet?

GO: Heute, viele Jahre später, ist die ICCC auf allen Kontinenten mit 'National ICCC-Chambers' und Mitgliedern in ca. 70 Ländern vertreten, z.B. in Schweden, Finnland, Dänemark, Deutschland, Belgien, Großbritannien, Frankreich, Schweiz, Rumänien, auf den Farörer Inseln, in Ghana, Elfenbeinküste, Togo, Nigeria, Kongo, Kamerun, Gabon, Südafrika, Kenia, Uganda, Madagaskar, Indien, Sri Lanka, Indonesien, USA, Kolumbien, Peru, u.a. Durch den intensiven Reisedienst der internationalen Direktoren werden bald auch im asiatischen Raum weitere 'National Chambers' dazukommen. 

Das klingt nach sehr viel Arbeit. Wie haben Sie denn diese Aufgabe bewältigt?

GO: Im Nachhinein empfinde ich die kurze Geschichte der ICCC so, als wäre ich so schnell ich kann vor einem großen Zug hergelaufen, nur um nicht überrollt zu werden. Bis 1993 hatte die ICCC keine bezahlten Mitarbeiter. Es bewegt mich sehr, wie hingebungsvoll sich die Mitglieder des internationalen Vorstandes und in den einzelnen Ländern in diese Arbeit eingegeben haben und es immer noch tun. 

Was ist die Zielgruppe der ICCC, welche Menschen möchten Sie erreichen?
Sind es nur Geschäftsleute im klassischen Sinn?

GO: Die Mitglieder der ICCC sind Personen mit einer Berufung in die Berufs- Geschäftswelt. Darüber hinaus bestehen die 'Christlichen Landwirte' als eigener Arbeitszweig. Die Arbeit dieser dynamischen, aktiven Gruppe wird sich höchstwahrscheinlich international ausbreiten. In Schweden, Dänemark, Polen und Deutschland gibt es sie bereits. 

Wie würden Sie die Tätigkeit der ICCC beschreiben?

GO: Wir repräsentieren ein weltweites Netzwerk, durch das nationale und internationale Kontakte zu christlichen Geschäftsleuten möglich sind. Durch dieses Netzwerk entstehen auch Kanäle für den Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen. Aber unsere Berufung ist vergleichbar mit der von Joseph, denn Gott hat uns eine 'Joseph-Berufung' für die gegenwärtige und kommende Zeit gegeben. Es ist wunderbar, zu beobachten, wie Gott unter den Geschäftsleuten Apostel, Propheten, Hirten, Evangelisten und Lehrer beruft, damit sie die Botschaft Jesu in die Berufs- und Geschäftswelt hineintragen. Trotzdem ist dies erst ein bescheidener Anfang einer gewaltigen Manifestation in diesem Bereich.

Welche Prinzipien und Werte sind Ihnen für die ICCC wichtig?

GO: In der Anfangszeit kristallisierten sich einige Prinzipien heraus. Sie lauten: Spitzenleistung, beste Qualität, Haushalterschaft und Gerechtigkeit. Es ist offensichtlich, daß die alten Konzepte von Arbeit, Berufsleben, Management und Wirtschaft mit neuem und frischem, biblischen Verständnis bereichert werden müssen. Das ist manchmal wie eine Wanderung ins Unbekannte, voller neuer Entdeckungen, denn natürlich dürfen wir beim Wandel im Glauben und Gehorsam gegenüber Gottes Wort nicht den Blick für berufliche Professionalität verlieren. Dabei ist die Erfahrung Jesus nachzufolgen genauso dramatisch wie es für das Volk Israel in der ägyptischen Sklaverei gewesen sein muß. Sie sollten die Sklaverei hinter sich lassen, die Wüste durchqueren und das verheißene Land einnehmen. So wie die Israeliten bei Mose, stellen auch wir fest, daß der schwierigste Teil dieses Wandels darin besteht, unsere „Sklavenmentalität” loszuwerden. Eine weitere Herausforderung besteht darin, zu entdecken, daß die Freiheit in Jesus real existiert und nicht nur ein frommes Schlagwort ist. Aus biblischer Sicht gibt es keine echten ethischen Maßstäbe, wenn sie nicht als Ergebnis unseres Gehorsams gegenüber Gottes Wort die Frucht des Geistes hervorbringen. Das ist ein entscheidender Punkt, es sei denn, man gibt sich mit seinen eigenen guten Werken zufrieden. Doch die zählen vor Gott nicht. 

Das sind ja gerade für Christen in der Wirtschaft sehr interessante Gedanken.
Gibt die ICCC sie auch in irgendeiner Form weiter?

GO: Ja, auf diesem Gebiet besteht tatsächlich ein großer Bedarf nach fundierter Lehre. Inzwischen kann die ICCC ein vollständiges Seminarprogramm dazu anbieten. Diese Seminare motivieren Manager und Berufstätige, ihre Firmen auf biblischer Grundlage umzugestalten und die wunderbare Gegenwart Gottes im Wirtschaftsbereich deutlich zu machen. Darüber hinaus organisiert die ICCC nationale und internationale Konferenzen zur Unterweisung, Auferbauung und Inspiration aller Teilnehmer.  

ICCC betont immer wieder den Gedanken eines 'Netzwerkes'. Wie ist das zu verstehen?

GO: Unsere Firmen haben ja oft nur eine lokale Ausrichtung, doch unsere Berufung in Gott ist ganz sicher international. Deshalb ist es sehr entscheidend, daß wir Gott 'bekannt' sind. Um als Glieder eines Leibes für Sein Reich zusammenarbeiten zu können, müssen wir uns jedoch auch gegenseitig kennen und erkennen. Gemeinsame Handelsdelegationen, die andere Länder besuchen und neue Märkte erschließen, haben sich dabei als sehr hilfreich erwiesen. Dieser aktive Aspekt der ICCC Arbeit wurde während der 'Shalom Israel' Konferenz 1992 in Jerusalem besonders deutlich. Handelsdelegationen aus 29 Ländern kamen damals nach Israel und knüpften Geschäftsbeziehungen mit israelischen Partnern, um Israel bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze für die zurückkehrenden Juden zu unterstützen. Handelsdelegationen in andere Länder, z.B. Rumänien, Polen, Rußland, Schweden Ghana, Großbritannien, Deutschland u.a. haben ebenfalls zu sehr interessanten Geschäftskontakten geführt. Das internationale ICCC Büro unterstützt die Mitglieder als Drehscheibe zur Sammlung und Weiterleitung von Informationen über Produkte und Dienstleistungen der Mitgliedsfirmen.

Was erwarten Sie für die Zukunft der ICCC?

GO: Im Blick auf die Zukunft gehen wir davon aus, daß die 'Joseph-Berufung' wiederhergestellt wird, um das Bundesvolk Gottes, die Juden, und darüber hinaus ganze Nationen zu versorgen. Die gewaltigen Umwälzungen werden solche Josephs wieder erforderlich machen. Doch das Problem ist, daß viele dieser Josephs immer noch in einem ausgetrockneten Wasserloch gefangen sind. Und die verbleibende Zeit ist kurz. Als Teil der Vorbereitung haben wir die 'Shalom Israel Foundation' in Israel gegründet. Wir glauben, daß diese Stiftung sowohl für das Bündnisvolk Gottes als auch für den Leib Christi ein wichtiger Faktor sein wird. In der Anfangsphase arbeitet sie vor allem mit Spenden. Wir rechnen jedoch damit, durch sie demnächst auch Investitionsmöglichkeiten anbieten zu können. Zweifellos wird die Welt so erschüttert, wie nie zuvor. Egal, wohin man sieht, die Anzeichen sind unübersehbar. Denken Sie nur an die ehemalige Sowjetunion, den Nahen Osten, Afrika, Südamerika, die Europäische Union und den Balkan mit Jugoslawien. Doch das alles ist nur der Anfang. In Zukunft wird die Welt einen wirtschaftlichen Schock nach dem anderen erleben. Der Prophet Jesaja sagt, "…taumelnd taumelt die Erde wie ein Betrunkener und schwankt hin und her wie eine Nachthütte…" (Jesaja 24,19-20). Wir leben in einer sehr ernsten Zeit, aber das haben wir schon seit Jahren kommen sehen. Sicherlich gehört das zu den Gründen, weshalb es die ICCC heute gibt. Nicht umsonst stand der folgende Satz schon bei unserer Gründung in der Broschüre: "ICCC ist eine Aufforderung, Gottes Pläne für diese Zeit zu erkennen und zu verfolgen, damit wir Seinen Segen und Seine Absichten empfangen können und die sich auftürmende Flut siegreich überwinden". Ja, es ist tatsächlich eine Flutwelle, die auf uns zu rollt, und deshalb fordert Gott uns auf, Ihm nachzufolgen, damit wir Seine Kraft und Errettung erfahren. Ich glaube, Gott möchte der Welt Sein herrliches Werk vor Augen führen, das Er durch Jesus vollbrachte, als dieser am Kreuz starb, auferstand und dadurch die Macht Satans zerstörte. Ich möchte es laut in die Welt hinausrufen: Es gibt einen Ausweg durch all dies, und dieser Weg ist Jesus! Religion wird uns in den kommenden Zeiten kaum helfen. Aber, wer Gott kennt und mit ihm geht, wird überwinden. Das erfordert Glauben und eine persönliche Beziehung zu Jesus. Gott braucht kreative, professionelle und mutige Menschen, die ihre Berufung und ihre Position als Söhne und Töchter Gottes kennen. 

Gibt es ein Leitmotto für diese Zeit?

GO: "Und ihr werdet den Unterschied sehen zwischen dem Gerechten und dem Ungerechten, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient." (Maleachi 3,18).